Habana Vieja (Altstadt)
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Habana Vieja (Altstadt)

Habana Vieja ist das ursprüngliche Stadtzentrum von Havanna (San Cristóbal de la Habana), einer der ältesten unter den von den Europäern in der westlichen Hemisphäre gegründeten Städte. Diese wurde 1519 von den Spaniern gegründet. Schon im 17. Jahrhundert war sie zu einem der wichtigsten Schiffbauplätze in der Karibik geworden. Obwohl die Stadt inzwischen zu einer großen Metropole von über 2 Millionen Einwohnern herangewachsen ist, bewahrt ihr historischer Kern eine interessante Mischung aus barrocken und neoklassizistischen Monumenten, sowie eine homogene Gesamtheit an privaten Häusern mit Arkaden, Balkons, gußeisernen Eingangstoren und Innenhöfen.

Seine Geschichte umfasst drei hauptsächliche Zeiträume, die sich ganz klar in seinem städtebaulichen Umfeld widerspiegeln: die spanische Kolonialzeit (1519 bis 1898), die neokoloniale, US-amerikanische Zeitspanne (1898 bis 1959) und die revolutionäre Zeitspanne (von 1960 bis jetzt). Die Kolonialzeit, die knapp 400 Jahre betrug, hat Havanna mit einer Vielzahl an Kolonialbauten versehen, die sie heute auszeichnen und aufgrund derer das koloniale Stadtzentrum Habana Vieja (die Altstadt) von der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) 1982 zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Die Stadt wurde zuerst an der Westküste der Bucht von Havanna angesiedelt. Die Einfahrt zu dieser Bucht wird von vier beeindruckenden Festungen aus Kalkgestein flankiert, zwei davon befinden sich am Kanaleingang: im Norden die Festung Castillo del Morro, die zurzeit ein Meeresmuseum ist, und im Süden Castillo de la Punta, wo das Festungs- und Waffen-Museum untergebracht ist und die abendliche Kanonenschuss-Zeremonie abgehalten wird. Weitere zwei Festungen liegen entlang des Kanals: im Norden die riesige Fortaleza de San Carlos de la Cabaña, wo sich jetzt ein Keramikkunst-Museum befindet, und die Castillo de la Real Fuerza im Süden, die Ende der 90iger Jahre restauriert wurde.

Die ursprüngliche Stadt war rund um den zentralen Platz angeordnet: den Plaza de Armas (Exerzierplatz). Das war typisch für die kolonialen Städte der Spanier, wo die militärischen, politischen und religiösen Zwecken dienenenden Gebäude alle in unmittelbarer Nähe zueinander errichtet wurden. Die beeindruckende koloniale Festung Castillo de la Real Fuerza, grenzt im Norden an den Platz, an den Regierungspalast Palacio de los Capitanes Generales, ehemalige Gouverneurs-Residenz der Kolonie, die anschließend Sitz der Stadtregierung wurde und später Stadtmuseum. Der Palast Palacio del Segundo Cabo, der ursprünglich 1772 als koloniales Postamt gebaut wurde, liegt ebenfalls am Plaza de Armas.

Der Plaza de la Catedral (Kathedralenplatz), nur wenige Straßenblocks vom Plaza de Armas entfernt, ist ein weiterer wichtiger Ort in der Altstadt. Die Kathedrale von Havanna oder auch Catedral de la Inmaculada Concepción (Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis) genannt, beherrscht den Platz mit ihren eigenartigen asymmetrischen Glockentürmen.

Der Plaza Vieja (Alter Platz), gegründet 1584, ist ein anderes der bekanntesten Monumente des historischen Stadtkerns Habana Vieja. Aber im Unterschied zu den anderen Plätzen gibt es hier weder religiöse noch öffentliche Gebäude. Anstelle dessen wurde er von allen Seiten von Wohngebäuden und palastartigen Herrenhäusern der kolonialen Elite der Stadt umgeben. Das Casa de los Condes de Jaruco ist vollständig restauriert worden und erhebt sich jetzt als ein ausgezeichnetes Beispiel eines ehemaligen kolonialen Herrenhauses.

Wie bei vielen Kolonialstädten in unmittelbarer Küstennähe wurde von den Spaniern eine Mauer rund um die Stadt gebaut, um sie vor den Angriffen von Piraten und ausländischen Mächten zu schützen. Die Stadtmauer von Havanna wurde zwischen 1674 und 1797 errichtet und umfasste ein Areal von circa 3 Quadratkilometern (ca. eine Quadratmeile), was der Ausdehnung von Habana Vieja entsprach. Die Mauer wurde 1863 abgebrochen, um die Stadterweiterung zu ermöglichen. Da wo einst die Mauer stand, verlaufen heutzutage die Grenzlinien der Altstadt Habana Vieja.

Wichtigste Sehenswürdigkeiten der Altstadt:

  • Der Malecón ist die breite Straße, die an der Ufermauer entlang verläuft und sich im Norden von Havanna von der Altstadt bis zum Fluss Almendares hinzieht.
  • El Castillo del Morro heißt die pittoreske Festung, welche den Eingang zur Bucht von Havanna schützt. Der Bau derselben, d.h. der Castillo de los Tres Reyes del Morro, erhielt seinen Anstoß durch das Eindringen in Havanna des englischen Piraten Sir Francis Drake. Der spanische König ordnete seinen Bau auf einem riesigen Fels an, der als El Morro bekannt war. Dorthin schickte der König seinen Baumeister Juan de Texeda und den Militäringenieur Battista Antonelli, die 1587 nach Havanna kamen und sofort mit dem Bau begannen.
  • La fortaleza de la Cabaña, eine im Osten der Bucht von Havanna gelegene Festung, war die beeindruckendste der spanischen Kolonie. Bewundernswert sind deren Ende des 18. Jahrhunderts gleichzeitig mit denen der Festung El Morro errichteten Mauern. Jeden Abend geben auf Art jener Zeitepoche gekleidete Soldaten um 21:00 Uhr den "Cañonazo de las nueve" (Neun-Uhr Kanonenschuss) ab. Zur Kolonialzeit wurde jeden Tag dieser Kanonenschuss abgegeben, der das Schließen der Stadtmauer ankündigte.
  • Fortaleza San Salvador de la Punta. Am gegenüberliegenden Ufer der Festung Castillo del Morro, wo die Kurve der Uferstraße beginnt, erhebt sich die Festung des Heiligen Salvador de la Punta, die kleinere architektonische Ausmaße hat. Sie wurde 1590 erbaut und im Jahr 1629 beschloss die Stadtregierung von Havanna, sie nachts mittels einer starken Kette mit der Festung El Morro zu verbinden, um die Einfahrt von feindlichen Schiffen zu verhindern.
  • Castillo de la Real Fuerza. Das Castillo de la Real Fuerza ist ein weiteres großes Monument, dass den Zugang zum Plaza de Armas abwehrt. Es stellte den ersten großen Festungsbau der Stadt dar, und wurde 1558 auf den Ruinen einer älteren Festung aufgebaut. In jenem Jahr schickte die Krone den Ingenieur Bartolomé Sanchez nach Kuba, der mit 14 Beamten und Steinmetzen am Wiederaufbau der Festung arbeitete, die durch den französischen Korsaren Jacques de Sores in Brand gesetzt und zerstört worden war.
  • Catedrál de San Cristóbal. Dieses Bauwerk ist das herausragende am Plaza de la Catedral. Die Kathedrale wurde nach 1748 auf Befehl des Bischofs von Salamanca, Felipe José de Res Palacios, errichtet. Sie ist eine der schönsten und schlichtesten Kirchen des lateinamerikanischen Barrocks.
  • Capitolio Nacional, erbaut nach dem Vorbild des Kapitols der Vereinigten Staaten;
  • Centro Gallego am Parque Central. Das Centro Gallego, von neobarrockem Stil, wurde zwischen 1907 und 1914 als soziale Einrichtung für gallicische Emigranten errichtet. Erbaut im Teatro Tacón (jetziges Gran Teatro de la Habana), Einrichtung, die während des Karnevals von 1838 mit fünf Maskenbällen eingeweiht worden war.
  • Plaza de Armas - der Hauptplatz des Fremdenverkehrs. Sein Namen ist sichtbar militärischen Ursprungs und beruht darauf, dass der Platz seit Ende des 15. Jahrhunderts Schauplatz von militärischen Zeremonien und Veranstaltungen war.
  • Gran Teatro de la Habana. Es ist besonders deshalb bekannt, da es Sitz des anerkannten, von Alicia Alonso gegründeten Ballet Nacional de Cuba ist. Ab und zu gibt es dort ebenfalls Vorstellungen der Nationaloper. Das Theater ist auch aufgrund seines Konzertsaales, dem García Lorca, bekannt, welcher der größte von Kuba ist.
  • Revolutionsmuseum, im ehemaligen Präsidentenpalast untergebracht, vor dem die Jacht Granma ausgestellt wird.
  • Basílica de San Francisco, in der Altstadt. Das Ensemble von Kirche und Kloster des Heiligen Franz von Assisi stammt von 1608 und wurde 1737 neu aufgebaut.
  • Das elegante "Gran Cafe El Louvre" liegt im Zentrum von Havanna und befindet sich im Hotel Inglaterra, dem ältesten und klassischsten Hotel von Kuba, das 1875 gegründet wurde. Die Tische wurden von zeitgenössischen bildenden Künstlern dekoriert.
  • La Bodeguita del Medio. Gelegen in einer Seitenstraße, die auf den historischen Plaza de la Catedral mündet, ist es berühmt für seine traditionell kubanischen Gerichte, seine einzigartige Dekoration und ebenfalls aufgrund der dort servierten Mojito-Cocktails.
  • "El Patio" auf dem Plaza de la Catedral ist ein in einem wunderschönen Herrenhaus gut etabliertes Restaurant mit einem herrlichen Innenhof.
  • " In der Nähe des Parque Central werden Sie auf das "El Floridita" treffen, eine der exklusiven, von Hemingway bevorzugten Bars, Heimstätte des Daiquirí.

Erkunden Sie die Altstadt Habana Vieja, entdecken Sie seine einzigartige Architektur und schlendern Sie über ihre Plätze und engen Straßen. Es gibt unzählige Restaurants und Cafes in Habana Vieja. Der beste Kaffee wird im "Café Escorial" am Plaza Vieja serviert. Entdecken Sie die Dunkelkammer, die in der Altstadt auf dem Dachgarten des Gebäudes an einer der Ecken dieses Platzes gelegen ist. Besuchen Sie das Museum der Schönen Künste in der Straße Trocadero, zwischen den Straßen Zulueta und Monserrate. Jeden Abend wird um 21.00 Uhr in der Festung El Morro auf der anderen Seite der Bucht von Havanna der "Cañonazo" (Kanonenschuss) abgegeben.

Im Jahr 1982 wurde La Habana Vieja von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Name Habana Vieja stimmt mit einem der Verwaltungsbezirke der Stadt Havanna, Hauptstadt von Kuba, überein, dessen Ausdehnungen im Süden und Westen über die ursprünglichen Abmessungen der Stadt hinausreichen.

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